Veranstaltungskalender

Antisemitismus, Verhetzung und der „Al-Quds-Tag“ #noAlQuds

Diskussion mit Albert Steinhauser (Die Grünen), Andreas Peham (DÖW), Simone Dinah Hartmann (MEDEA)

Moderation: Karin Stanger (GRAS)
Dienstag, 21. Juni 2016, 19 Uhr
Universität Wien, NIG, HS II
Universitätsstraße 7
1010 Wien

 Eine von Mullahs angeführte, nach Geschlechtern getrennte Demonstration marschiert alljährlich zum so genannten Al-Quds-Tag durch Wien – eine der größten regelmäßig stattfindenden antisemitischen Demonstrationen in der Stadt. Eine Teilnehmerin des Marsches äußerte sich letztes Jahr gegenüber dem ORF positiv zur Vernichtung Israels. Das Innenministerium registrierte bei früheren Quds-Märschen antisemitische Transparente. Auf der Facebook-Seite der Quds-Marsch Veranstalter erschien 2015 eine antisemitische Karikatur, auf der ein orthodoxer Jude von Muslimen ertränkt wird. Die Wiener Rathausparteien verurteilten daraufhin den Al-Quds-Tag als antisemitisch und forderten zum Teil auch die Prüfung eines Verbots. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verhetzung jedoch mit einer skandalösen Begründung eingestellt: Die Karikatur würde sich nicht gegen eine Personengruppe richten und auch nicht zu einer strafbaren Handlung aufrufen.

 Mit Jahresbeginn 2016 wurde der Verhetzungsparagraph § 283 StGB reformiert. Ist es nun einfacher, gegen antisemitische Verhetzung wie das Treiben zum Al-Quds-Tag vorzugehen? Wie steht es um die Gemeinsamkeiten von Islamismus und Rechtsextremismus angesichts von Parallelen wie Antisemitismus, Homophobie und dem reaktionären Gesellschaftsbild? Welche rechtlichen Mittel und politischen Wege braucht es, um antisemitische Verhetzung konsequent bekämpfen zu können? Und wie steht es um die antisemitische Ideologie des iranischen Regimes nach dem Atomdeal?

Albert Steinhauser ist Nationalratsabgeordneter der Grünen und Justizsprecher seiner Fraktion.

Andreas Peham ist Mitarbeiter im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes mit den Forschungsschwerpunkten Antisemitismus, Rechtsextremismus und Islamismus.

Simone Dinah Hartmann ist Executive Director der Middle East Democracy Alliance (MEDEA) und Mitherausgeberin der Sammelbände „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ und „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

Karin Stanger vertritt die Grünen & Alternativen Student_innen im Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien.

 

The Iranian Regime: Anti-Semitism, Expansion in the Middle East & Refugee Crisis #noAlQuds

Discussion with Thaer Al-Nashef (Syrian journalist and dissident) and Florian Markl (MENA)
Chair: Simone Dinah Hartmann (MEDEA)
Tuesday, 28 June 2016, 7:00pm
Grünes Haus, Lindengasse 40
1070 Vienna
Note: This event will be held in English!

 Anti-Semitism is a core element of the ideology of the Iranian regime. It manifests itself in classic anti-Semitism, Holocaust denial and hostility towards the Jewish state. On so-called Quds Day, this hatred culminates regularly in calls for Israel’s destruction. Introduced in 1979 after the “Islamic Revolution” in Iran by Ayatollah Khomeini, the “Day for the liberation of Jerusalem from Zionist occupation” – i.e. the propaganda event calling for the annihilation of Israel – is to be held annually at the end of Ramadan.

But after last year’s rotten nuclear deal, which institutionalized the components of Iran’s nuclear weapons program rather than dismantling them, noone really wants to talk anymore about the regime’s character. Amid this silence on the one hand, and the European political and business delegations traveling to Tehran on the other hand, the Iranian Revolutionary Guards have succeeded in massively expanding their influence in the region and now pose as a partner in the „war on terror“. The rise of the „Islamic State“ in Iraq and Syria is closely connected to the Iranian regime’s export of the revolution and the policies of the Assad regime. While the IS enjoys great attention because of its abhorrent atrocities, politics and media tend to ignore the Iranian regime’s policy of regional destabilization and its support for Assad and Hezbollah as one of the causes for the flight of millions of people.

The discussion will highlight why the „Islamic Republic“ cannot be a partner for the West in the fight against the „Islamic State“ and for a peaceful solution in Syria.

 Thaer Al-Nashef is a Syrian journalist and dissident who fled from the Assad regime to Austria via Egypt, Turkey and the Balkan route. International media like the TIME Magazine, Haaretz and Austria’s Der Standard featured his story.

 Florian Markl is the chief analyst at the independent Middle East think tank MENA and co-autor of „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ and „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“

 Simone Dinah Hartmann is Executive  Director of the Middle East Democracy Alliance (MEDEA) and co-editor of „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ and „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

 

Vergangene Veranstaltungen:

Donnerstag, 24. Juli 2014, 19:00:

Al Quds Tag – Antisemitischer Feiertag des iranischen Regimes. Rechte, Linke & Islamisten gegen Israel
Vorträge & Diskussion mit Soma Assad, Stephan Grigat und Heribert Schiedel
Moderation: Fanny Rasul
Ort: Grünes Haus, Lindengasse 40, Wien

Veranstaltungen 2013:

Die Linke & das iranische Regime
Zur Kritik des antiimperialistischen und kulturrelativistischen Blicks auf das Reich der Ajatollahs
Vorträge & Diskussion mit Danyal und Stephan Grigat

Dienstag, 21. Mai 2013 | 19.00
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Gäbe es noch eine dunkle Erinnerung an das, wofür die Linke in ihrem Selbstverständnis einst stand, müsste sie alles dafür tun, dass das iranische Regime an der Umsetzung seiner mörderischen Ideologie gehindert und letztlich gestürzt wird. Doch die altbackenen wie die modernisierten Varianten des antiimperialistischen Weltbildes und die kulturrelativistische Zurichtung des Denkens verhindern allzu oft, das die realexistierende Linke auch nur darüber reflektiert, was es heute angesichts der Gefahren, die von den Ajathollahs und Pasdaran ausgehen, bedeuten würde, dem kategorischen Imperativ Adornos gerecht zu werden.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und Mitherausgeber von „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Studienverlag 2010). Danyal lebt in Hamburg und betreibt die Seite http://www.cosmoproletarian-solidarity.blogspot.co.at

Eine Veranstaltung von Café Critique in Kooperation mit dem Bündnis gegen den Al Quds Tag Wien
http://www.cafecritique.priv.at

https://www.facebook.com/events/554048444617738/?fref=ts

Mythos „Nakba“
Die Entstehung Israels – Legenden und Wirklichkeit
Vortrag von Alex Feuerherdt

Montag, 27. Mai 2013 | 19.30
SPÖ Mariahilf, Lindengasse 64, 1070 Wien

Der Vortrag von Alex Feuerherdt wird sich dem Mythos „Nakba“ sowie weiteren Legenden im Zusammenhang mit der Gründung des Staates Israel widmen und prüfen, weshalb sie bis heute gepflegt werden, wie sich demgegenüber die Wirklichkeit darstellt und warum eigentlich niemand ein Rückkehrrecht für die Hunderttausenden Juden fordert, die 1948/49 aus den arabischen Staaten, in denen sie lebten, fliehen mussten.

Alex Feuerherdt (43) ist Lektor und freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.

https://www.facebook.com/events/569688266385455/?ref=22

 

Der getrübte Blick auf Israel
Kreiskys Nahostpolitik und die aktuelle Nahostberichterstattung in den österreichischen Medien
Vortrag von Claudia Aurednik und Florian Markl

Dienstag, 4. Juni 2013 | 19.30
SPÖ Mariahilf, Lindengasse 64, 1070 Wien

Die Nahostpolitik der Sozialistischen Internationale (SI) war bis zum Jahr 1973 von tiefer Solidarität zur „Israelischen Arbeitspartei“ und zum Staat Israel gekennzeichnet. Erst nach dem Yom-Kippur-Krieg und der von der OAPEC (Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten) ausgelösten Erdölpreiskrise beschlossen die damaligen Vertreter des sozialdemokratischen Dachverbands eine „Fact-Finding Mission to the Middle East“ durchzuführen. Unter der Leitung Bruno Kreiskys bereisten die Delegierten 1973 Ägypten, Syrien und Israel, 1974 Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen sowie 1975 Kuwait, Irak, Jordanien, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie diskutierten mit bekannten Politikern wie Golda Meir, Anwar al-Sadat, Hafzi al-Assad, König Hassan II., Houari Boumedinne, Hedi Nouira, Muammar al-Gaddafi, Saddam Hussein, König Hussein von Jordanien u.a. über eine friedliche Lösung des arabisch-israelischen Konflikts, die Palästinenserfrage, ökonomische Kooperationen sowie eine etwaige Zusammenarbeit der SI mit arabischen Parteien. Während des Ägyptenbesuchs lernte Bruno Kreisky auch Yassir Arafat kennen, dem er zunächst überaus skeptisch gegenüberstand. Erst 1975 solidarisierte sich Bruno Kreisky immer stärker mit Arafats PLO und den Palästinensern. Dies führte auch zu einem politischen Paradigmenwechsel innerhalb der SI und der sozialdemokratischen Parteien, der bis heute von einer Verbundenheit zur PLO und einer oftmals skeptisch bis ablehnenden Haltung gegenüber der Politik Israels gekennzeichnet ist.

Die Historikerin Claudia Aurednik hat sich in ihrer Diplomarbeit „Die ‚Fact-Finding Mission to the Middle East‘ der Sozialistischen Internationale. Mit einer kritischen Diskursstranganalyse des Flüchtlingsdiskurses, der Wahrnehmung Israels und der Schoah“ mit den Protokollen der Fact-Finding Mission auseinandergesetzt.

Ankündigungstext Florian Markl:

Kaum jemand hat die österreichische Sichtweise des Nahen Ostens und des israelisch-palästinensischen Konflikts so nachhaltig geprägt wie Bruno Kreisky. Eine direkte Linie führt von seinen damaligen Behauptungen, die PLO habe sich gar nicht die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben, zur aktuellen medialen Berichterstattung, in der etwa die Hamas als „moderate“ islamische Gruppierung präsentiert wird, die Vernichtungsdrohungen gegenüber dem jüdischen Staat selten Erwähnung finden und der arabische/palästinensische Antisemitismus meist gänzlich ignoriert wird. Während angesichts der Radikalisierungsprozesse in Israels Nachbarschaft die Hoffnung auf Frieden immer illusorischer wird, macht der mediale Mainstream, auch hierin Kreiskys Fußstapfen folgend, Israel für den anhaltenden Konflikt verantwortlich.

Der Politikwissenschaftler Florian Markl arbeitet für die „Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (MENA)“ in Wien und ist unter anderem Co-Autor des Buches „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Studienverlag 2010).

www.mena-watch.com
http://www.facebook.com/MENAwatch

https://www.facebook.com/events/576191215734915/?ref=22

Antisemitismus junger Muslime in Europa
Vortrag von Günther Jikeli

Montag, 10.06.2013 | 19.00
Gemeindezentrum der IKG, Seitenstettengasse 2, 1010 Wien

Zehn Jahre nach dem ersten europaweiten Bericht, der auf muslimische und arabische Jugendliche als antisemitische Täter hinwies, ist nicht mehr zu leugnen, dass der offene Antisemitismus einiger, meist männlicher Muslime in Europa eine weitere Gefahr für Juden und Jüdinnen darstellt. Eine neue Dimension zeigte sich mit der kaltblütigen Ermordung dreier Kinder und eines Lehrers und Vaters an der jüdischen Schule Ozar Hatorah in Toulouse am 19. März 2012 im Namen des Jihad.
Woraus speist sich Antisemitismus unter europäischen Muslimen? Welchen Einfluss spielen islamistische Organisationen? Welche Übereinstimmungen und Anschlussfähigkeiten gibt es mit dem Antisemitismus im Mainstream? Welche Antworten gibt es jenseits einer Essentialisierung und der Ausgrenzung von Muslimen?

Günther Jikeli ist Director des International Institute for Education and Research on Antisemitism sowie Fellow der Groupe Sociétés, Religions, Laïcités am CNRS, Paris; von 2011-2012 war er Berater zur Bekämpfung von Antisemitismus der OSZE. Er ist Mitherausgeber von „Umstrittene Geschichte. Ansichten zum Holocaust unter Muslimen im internationalen Vergleich” (Campus 2013) und Autor von „Antisemitismus und Diskriminierungswahrnehmungen junger Muslime in Europa” (Klartext 2012).

https://www.facebook.com/events/381257455320589/?ref=22

Das „Freudenhaus der Bourgeoisie“
Der islamische Hass auf die Sexualität und der Kampf gegen das homosexuelle Subjekt
Vortrag von Alex Gruber

Freitag, 14. Juni | 19.00
Neues Institutsgebäude, HS II, Universitätsstrasse 7, 1010 Wien

Während Ahmadinejad die Existenz von Homosexuellen in der Islamischen Republik Iran leugnet, sind zeitgenössische Linke damit beschäftigt, die (abstrakte) Subjektform des Homosexuellen und damit auch den Homosexuellenhass zu einen Importprodukt aus dem Westen zu erklären. Darin klingen sie nicht zufällig arabischen und islamischen Verschwörungstheoretikern ähnlich, wenn diese, in der Sprache zwar vielleicht radikaler, im Inhalt aber deckungsgleich, behaupten, „westliche Überheblichkeit und Korruption“ erzeugten Homosexualität, wo sie gar nicht existiere – nicht zuletzt, um Israel eine Waffe im Kampf gegen die palästinensische Volksbewegung zur Verfügung zu stellen. Dass sowohl die Vertreter des Regimes in Teheran als auch sunnitische Kleriker den antiimperialistischen Wahn vertreten, Homosexualität sei ein „durch das Freudenhaus der Bourgeoisie“ (Ali Schariati) in die islamische Welt eingepflanztes, der „teuflischen Sexualordnung“ (Ali Khamenei) des Westen geschuldetes Zersetzungsprodukt, das ausgerottet werden müsse, ist dort nicht der Beachtung wert, wo die zugrundeliegenden Ressentiments gegen das Glücksversprechen einer erfüllten Sexualität geteilt werden. Der neueste Begriffsschlager „Pinkwashing“, mit dem Israel vorgeworfen wird, sich der Gleichberechtigung der Homosexuellen verschrieben zu haben, ist zugleich das Instrument, um über deren Lage in islamischen Gesellschaften nicht sprechen zu müssen.

Alex Gruber arbeitet für MENA und ist Redakteur der sans phrase. Zeitschrift für Idelogiekritik. Veröffentlichungen (Auswahl): Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Verhältnisse (hrsg. mit Philipp Lenhard) (2011), Leiblichkeit und Triebbegriff. Zum Schicksal des Körpers im poststrukturalistischen Dekonstruktivismus. In: Kirchhoff/Schmieder (Hg.): Freud und Adorno. Zur Urgeschichte der Moderne (2013), Der Kampf gegen das “Freudenhaus der Bourgeoisie”. Zur Lage der Homosexuellen im Iran. In: Griagt/Hartmann (Hg.): Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer (2008), Psychoanalyse im Zeitalter des Suicide Bombing. In: Göllner/Radonic (Hg.): Mit Freud. Gesellschaftskritik und Psychoanalyse (2007)

https://www.facebook.com/events/424151301013775/?ref=22

Zur Verfolgung und Vernichtung der Bahai im Iran
Vortrag von Wahied Wahdat-Hagh

Freitag, 21. Juni | 19.00
Neues Institutsgebäude, HS II, Universitätsstrasse 7, 1010 Wien

Die systematischen staatlichen Repressionen gegen die Angehörigen der Bahai-Religion im Iran nehmen immer stärker zu. Den Bahai droht mittlerweise die Vernichtung. Ihre heiligen Stätten werden zerstört, ihre Friedhöfe werden geschändet. Junge Iranerinnen und Iraner, die zu den Bahai gehören, dürfen nicht an den Universitäten studieren und geraten immer wieder ins Visier der staatlichen und der paramilitärischen Organe. Sogar Bahai-Schulkinder werden vor Klassenlameraden erniedrigt, drangsaliert, geschmäht sowie physisch und psychisch unter enormen Druck gesetzt. Geschichte und Weltanschauung der Bahai werden bereits in Schulen für muslimische Kinder dämonisiert. So lernen Muslime von Kindesbeinen an, indoktriniert von staatlicher Propaganda, die Bahai zu hassen. Die Geschichte der Verfolgung der Bahai reicht bis zur Gründung der neuen Weltreligion zurück.

Wahied Wahdat-Hagh ist Politologe und Soziologe und arbeitet seit 2003 als Iran-Experte bei dem Übersetzungs- und Analysedienst MEMRI in Berlin, Senior Fellow bei der European Foundation for Defense of Democracies und Koautor von “Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer”.

https://www.facebook.com/events/197265300397202/?ref=22

Das iranische Regime und der europäische Kulturrelativismus
Vortrag von Andreas Benl

Freitag, 28. Juni 2013 | 19.00
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Kulturrelativisten brandmarken jegliche Kritik der islamischen Gemeinschaftsideologie als Rassismus. Sie verschwenden keinen Gedanken daran, dass gerade sie es sind, die einen Kulturalismus bedienen, der bis vor kurzem noch Rechtsradikalen vorbehalten war. Die Ideologie des Kulturrelativismus fungiert als Schutzschild für das iranische Holocaustleugner-Regime in Europa. Ein Sturz dieses Regimes würde nicht nur die iranische Bevölkerung von der Tyrannei der Scharia befreien, sondern auch den europäischen und US-amerikanischen Kulturrelativisten eine schallende Ohrfeige verpassen und jene Parole wieder in Erinnerung rufen, unter der 1979 zehntausende iranische Frauen gegen die Einführung der Zwangsverschleierung demonstriert haben: „Emanzipation ist nicht westlich, Emanzipation ist nicht östlich, sondern universal!“

Andreas Benl engagiert sich bei STOP THE BOMB in Berlin und ist Koautor von “Iran im Weltsystem. Büdnisses des Regimes und Perspektiven der Freieheitsbewegung” sowie “Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer”.

Eine Veranstaltung von STOP THE BOMB in Kooperation mit dem Bündnis gegen den Al Quds Tag in Wien

http://at.stopthebomb.net

https://www.facebook.com/events/168524586644787/?ref=22

Warum heißt die Eliteeinheit der Revolutionsgarden al-Quds?
Die politische Einheit der “Islamischen Republik” ist die Zerstörung Israels
Vortrag von Gerhard Scheit

Montag, 1. Juli 2013 | 19.00
Neues Institutsgebäude, HS II, Universitätsstrasse 7, 1010 Wien

Es gibt in der Islamischen Republik Iran, in der fortwährend Menschen gefoltert, gesteinigt und erhängt werden, weil sie anders leben wollen, als die Mullahs es vorschreiben, im Grunde keinen einheitlichen Zwangsapparat, kein Gewaltmonopol. An dessen Stelle finden sich Rackets, die umso brutaler zuschlagen, als ihre Beziehungen in allen wesentlichen Dingen nicht institutionalisiert sind, sondern personal vollzogen werden. Sie fügen sich in immer neuen, spontan herbeigeführten Arrangements zusammen, worüber der Schleier eines „Islamischen Verfassungsstaats“ gebreitet wird. Bezeichnungen wie Demokratie oder Diktatur gehen damit ins Leere, und es treffen eigentlich nur Begriffe, wie sie etwa Franz Neumann und Hannah Arendt für nationalsozialistische bzw. „totale“ Herrschaft prägten, um sie selbst vom Faschismus abzugrenzen, der nach beider Auffassung noch wie der liberale Rechtsstaat oder irgendeine Diktatur auf dem Gewaltmonopol basiere. Neumann sprach von „utter shapelessness“, Arendt von „Strukturlosigkeit“; man habe es nicht mit einem Staat im üblichen Sinn zu tun, vielmehr mit „gangs“, deren Anführer ständig gezwungen seien, sich nach Streitigkeiten wieder zu vertragen. Die Frage, die sich stellt, lautet allerdings, worin dann die politische Einheit einer solchen Republik der Rackets besteht.

Gerhard  Scheit ist freier Autor in Wien, Mitherausgeber von sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik und Mitherausgeber der Jean Améry-Werkausgabe. Arbeiten zu Kritischer Theorie, den Souverän und die Ästhetik in der Moderne. Bücher (Auswahl):Verborgener Staat, lebendiges Geld. Zur Dramaturgie des Antisemitismus (1999, 2003), Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt (2004), Der Wahn vom Weltsouverän (2010), Treffpunkt der Moderne. Gustav Mahler, Theodor W. Adorno, Wiener Traditionen (2010, Koautor: W. Svoboda), Quälbarer Leib. Kritik der Gesellschaft nach Adorno (2011).

https://www.facebook.com/events/248699715272345/?ref=22

 

Die Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der “Partei Gottes”
Vortrag und Präsentation mit Jonathan Weckerle

Freitag, 12. Juli 2013 | 19.00
Ort: SPÖ-Mariahilf, Lindengasse 64

Die Hisbollah wurde Anfang der 80er Jahre im Libanon als bislang einzig erfolgreicher “Revolutions-Export” der Islamischen Republik Iran gegründet, als deren verlängerter Arm im Kampf gegen Israel und den Westen sie bis heute weltweit agiert. Die Hisbollah hat für islamistische Organisationen immer wieder Maßstäbe gesetzt, ob im Bereich des (Selbstmord-)Terrorismus, der Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche oder des strategischen politischen Handelns. Ihr Generalsekretär Hassan Nasrallah war lange der populärste Führer im Nahen Osten, über den Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar werden seine Reden weltweit ausgestrahlt. Doch auch die „Partei Gottes“ wurde durch die Umbrüche in der arabischen Welt erschüttert. Besonders die aktive Unterstützung des syrischen Assad-Regimes wird für Hisbollah international wie im Libanon zu einem existenziellen Problem. Dabei hat Hisbollah sich nicht gewandelt, sondern im Gegenteil die mörderische und selbstdestruktive Dynamik des “Widerstands” gegen Israel konsequent weiterverfolgt. Die „Befreiungsbewegung“ ist dadurch selbst zur größten Gefahr für den Libanon geworden, die oft prognostizierte demokratische Integration der Islamisten ist vollkommen gescheitert, und die Gefahr eines neuen verheerenden Krieges mit Israel wächst nicht zuletzt durch die Krise um das iranische Atomprogramm. Auch das jüngst gescheiterte Verbot der Hisbollah auf EU-Ebene, die Verleihung des Adorno-Preises an die Hisbollah-Apologetin Judith Butler sowie der Terroranschlag auf israelische TouristInnen in Bulgarien zeigen, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Hisbollah und den SympathisantInnen ihres „Widerstandes“ dringend angebracht ist.

Jonathan Weckerle ist Sprecher von STOP THE BOMB, Mitglied im Mideast Freedom Forum Berlin und freier Autor für u.a. Jungle World, Konkret, Blätter des Iz3W und Tagesspiegel.

https://www.facebook.com/events/569079416470634/?ref=22

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2 Gedanken zu “Veranstaltungskalender

  1. Pingback: Gegen den Al-Quds Tag in Wien! | FREE IRAN NOW!

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